Summ Summ Summ

Summ, summ, summ, Bienchen summ herum!

Kehre heim mit reicher Habe,

bau uns manche volle Wabe!

Summ, summ, summ, Bienchen summ herum!

(Kinderlied von Hoffmann von Fallersleben im Jahre 1835)

Ein altes Kinderlied – immer noch brand-aktuell, denn

Die Mini-Flieger am „Dortmund Airport 21“ sollen das Alibi für die Umweltverträglichkeit liefern.

Der Flughafen Bremen hat es vorgemacht, seit 2014 ahmt es der Dortmunder Flughafen nach und der verkaufte Honig soll noch die Bilanz verbessern: 3 Bienenvölker und deren Produkt liefern der Flughafengeschäftsführung das Alibi für die angebliche Umwelt-verträglichkeit des Verkehrs. Der Preis ist dreist: für ein 250 g-Glas müssen 6,90 € hingezählt werden.

https://www.dortmund-airport.de/nachbarn/umweltmonitoring

Selbst im kürzlich ausgestrahlten Fernsehbericht des WDR mussten die fleißigen Arbeitsbienen für das positive Image herhalten: Fast lautlos sorgen sie für regen Flugverkehr – und benötigen keine Betriebszeitverlängerung. Sie legen weite Strecken zurück, denn das Flughafengelände selbst bietet eine zu magere Nahrungskette.  Bei ihrer Honigsuche sind sie in den Blumenbeeten der umliegenden Gärten ständige Gäste.

Sind die vom Flughafen in Auftrag gegebenen und gern zitierten Werte der Honig-Analysen wirklich ein Garant für die Unbedenklichkeit des Flugverkehrs?

Es gibt eine Reihe von (Fach-) Beiträgen zu diesem Thema.

Zusammenfassend lässt sich feststellen:

Es ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich, dass Honig aus Industriestandorten oder Flughäfen schadstofffrei ist. Es ist eigentlich die Regel. Das hat mehrere Ursachen.

Zum Beispiel in der Verdünnungskette, hier einige Beispiele:

1.      Ausschlaggebend sind Niederschlag und Windrichtung, Windstärke

2.      Ist der Nektar belastet, nimmt die Biene die meisten Schadstoffe auf. Sie besitzt ein „Schadstofffiltersystem“.

3.      Wenn sie den Nektar zum Stock bringt, wird er bis zu 80-mal von Biene zu Biene weitergegeben und jeweils gefiltert. 

 

Daher ist Honig nur bedingt als Indikator einer Umweltbelastung zu gebrauchen.

Wenn im Flughafenhonig keine Schadstoffe nachweisbar sind, heißt das nicht, dass vom Flughafen bzw. durch die Flugzeuge keine Schadstoffe in die Umwelt abgegeben werden.

Unzweifelhaft sind in der Umgebung die Feinstäube, der Brems- und Reifenabrieb und die Verbrennungsrückstände von Kerosin (je nach Witterung über hunderte von Metern zu riechen!) vorhanden.

Eine Grundaussage fasst zusammen:

Eher stirbt eine Biene, als dass es Schadstoffe im Honig gibt!

ABER: Mit sauberem Honig zu werben ist nicht falsch – er ist es ja! Höchst bedenklich erscheint aber, das Produkt mit dem „Unbedenklichkeits-Siegel für Flugverkehr“ zu vermarkten.

Ursula Wirtz