Landebahn soll um 300 m verlängert werden. Hauptmatador Wizz Air will größere Flugzeuge einsetzen


Rund 65 % aller Fluggäste nutzen die Angebote des Billigfliegers WizzAir am Dortmunder Flughafen. Der erhebliche Anstieg der Fluggastzahlen am Dortmunder Flughafen ist vornehmlich auf das Engagement von Wizz Air zurückzuführen. Angesichts dieser Marktposition ist es nicht verwunderlich, dass Wizz Air maßgeblich die Geschäftspolitik am Dortmunder Flughafen vorgibt. Wizz Air führt aus, dass bei widrigen Witterungsverhältnissen der neue Airbus A321 nicht eingesetzt werden kann. Und um seinen Hauptkunden nicht zu vergraulen, macht sich Udo Mager, Geschäftsführer am Dortmunder Flughafen, ans Werk. Er stellt bei der Bezirksregierung Münster einen Antrag zur Verlegung der östlich gelegenen Bahnschwellen um 300 m, damit die Landebahn über die komplette Länge von 2.000 m statt derzeit 1.700 m genutzt werden kann.

Selbstverständlich hat Udo Mager angesichts der Wizz Air-Dominanz ein großes Interesse möglichst rasch die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen zur Verlegung der Bahnschwellen zu schaffen. Ein zeitaufwendiges Planfeststellungsverfahren, in dem sich alle Flughafenhafen-Anwohner einbringen können, ist nicht in seinem Interesse. Ob die zuständige Genehmigungsbehörde, die Bezirksregierung Münster seinem Anliegen folgen wird, ist offen. Bis ca. Ende Juli 2020 dürfte klar sein, ob der Ende Mai eingereichte Genehmigungsantrag zur Verlegung der Bahnschwellen in einem vereinfachten Plangenehmigungsverfahren oder in einem aufwendigen Planfeststellungsverfahren abzuwickeln ist.

Derzeit werden bei den vorherrschenden Westwinden ca. zwei Drittel aller Landeanflüge über Unna-Massen abgewickelt. Demgegenüber erfolgen bei östlichen Windrichtungen die Landungen zu einem Drittel vom Westen über Dortmund aus kommend. Durch die querlaufende Hochspannungs-Trasse kann die Anflughöhe nicht abgesenkt bzw. die westlichen Bahnschwellen nicht verlegt werden. Für diese Anflüge können weiterhin nur 1.700 m der Landebahn genutzt werden. Im Umkehrschluss heißt – wenn man der Argumentation vom Flughafen bzw. Wizz Air folgt – kann dann der neue Airbus A321 bei östlichen Windrichtungen und widrigen Witterungsverhältnissen nicht eingesetzt werden. Eine Logik, die für sich spricht.

Sollte dem Begehren des Dortmunder Flughafens Rechnung getragen werden, dann ist mit der Reduzierung der Überflughöhe in Unna Massen von derzeit 120 auf künftig 105 m eine Zunahme des Fluglärms zu erwarten. Und wenn Wizz Air die neuen Airbus-Versionen A321-LR bzw. –XLR einsetzt, dann sind Interkontinentalflüge z.B. nach Florida, Kenia oder Indien ab Dortmund möglich. Gemäß Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2000 sollten demgegenüber nur Flüge ins europäische Umfeld abgewickelt werden.