Nebelkerzen

Nebelkerzen

oder

die Informationspolitik der am Flughafen Verantwortlichen

 

 

Zum Totschlag-Argument „Arbeitsplätze“

 

„Report 1/1997“:   „ (   ) Jedes der drei fest georderten Flugzeuge schafft rund 100 Arbeitsplätze – von der fliegenden Crew über das Servicepersonal an Bord bis hin zur Einsatzleitung, den Technikern und der Verwaltung.“ ... so der ehemalige Geschäftsführer Nunkesser

Westfälische Rundschau Dortmund vom 19.11.1999: Der Flughafen als Antreiber auf dem Arbeitsmarkt. Diese Perspektive verdeutlichte Dortmunds Flughafenchef mit neuen Zahlen. Rund 1.000 Arbeitsplätze biete der Flughafen und sein Umfeld, so Heinz-August Nunkesser. Steigen seine Fluggastzahlen wie geplant … auf dann 1,5 Millionen, „garantiere ich weitere 1.000 Stellen“.

Aber: Die Zahlen waren Träumereien von Gutachtern. Es waren in der Spitze knapp 1.600 Jobs in ca. 50 Unternehmen bei fast 2,3 Mio. Passagieren. In 2005 gründete der Flughafen eine eigene Billiggesellschaft und lagerte kostengünstig Arbeitsplätze aus. Heute arbeiten dort ca. 150 der 370 direkt am Flughafen Beschäftigten.

 

 

Zum Betrug mit den Tonnagegrenze

 

WR Dortmund vom 11. 09.2001: „Flugzeuge sind doch nicht zu laut“ – Pressekonferenz von Geschäftsführer Nunkesser  „Beim Abfluggewicht von 75 Tonnen soll es nach Auskunft von Nunkesser bleiben…. Die Landebahn in Dortmund lasse aber so oder so nur 72.000 kg (72 t) zu.“

WAZ vom 29.09.2001: „Einig war man sich… dass – welche Tonnageangabe auch immer zu Grunde gelegt wird – das tatsächliche Abfluggewicht in Wickede deutlich unter der 75-Tonnen-Marke bleibt. Die Befürchtungen der vom Fluglärm geplagten Aplerbeckern seien deshalb unbegründet. Die diesbezügliche Erweiterung des Planfeststellungsbeschlusses führe zu mehr Flugbewegungen und mehr Lärm.“

Aber: Keine 3 Monate später stellte der Flughafenchef Nunkesser nach dem Ratsbeschluss der Stadt Dortmund den Antrag auf Aufhebung der 75-Tonnengrenz   und für eine Verspätungsregelung bis 23 Uhr.

Erst die von der SGF initiierten Gerichtsverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Münster zwangen die Bezirksregierung Münster zu einer Neubewertung der Tonnagefreigabe mit dem  Ergebnis einer neuen Obergrenze von 100 t Abfluggewicht.

 

 

Zum Betrug mit den Ausbauabsichten

 

Pressemitteilung vom 23.03.2006 durch Herrn Kossack, Chef des Flughafens Dortmund auf der Sitzung der Lärmschutzkommission am 29.03.2006.

Beim Flughafen finden keine Ausbauphantasien hinter den Rücken unserer Eigentümer oder der Politik statt. Es mag sein, dass das dynamische Passagierwachstum im vergangen Jahr und die jetzt in Angriff genommene Planung für den Ausbau von weiteren Warteräumen solche Phantasien beflügeln. Beim Airport weiß jeder um die maßgeblichen politischen Vorstellungen zum Flughafen bei unserem Eigentümer Stadt. Dies haben wir bei unserem Handeln zu berücksichtigen.

Weiter lässt es die Finanzlage auch nicht zu, leichtfertig Gedankenspiele mit Millionen-konsequenzen in die Welt zu setzen. Diese Millionen hat der Airport nicht und sie würden die Eigentümer zusätzlich belasten“.

Aber: Ende August 2006 folgten dann doch Taten. Herr Kossack präsentierte die „Perspektive 2020“ mit der Verlängerung der Start- und Landebahn auf 2.800 m und einer Ausweitung der Betriebszeitenverlängerung von  5 Uhr bis Mitternacht

Immobilienverluste durch Fluglärm

Immobilienverluste durch Fluglärm

 

Abhängig von der Lage der Immobilie wird deren Wert durch zusätzlichen Fluglärm herabgesetzt!

 

Zwei Aussagen:

 

(1) Herr Hermann Thiemeyer, Gebietsleiter der Landsbausparkasse (LBS),  in einem Interview in den Ruhrnachrichten am 13. März 2007 auf die Frage, was z. B. in  Schüren beim Verkauf eines Hauses abgezogen werden muss, bedingt durch zusätzlichen Fluglärm: "Bis zu -10% sind hinzunehmen".

 

 

(2) Wohnimmobilien verlieren an Wert, wenn der Fluglärm zunimmt - so eine Studie der TU Chemnitz für das Rhein-Main Gebiet. Was bisher nur vermutet und allenfalls im Ausland untersucht wurde, konnten die Autoren jetzt auch für Deutschland nachweisen.  Beispielhaft haben sie die Grundstücksmakler in der Rhein-Main-Region befragt, wie sich der Preis einer Standardimmobilie bei steigendem Fluglärm verändern würde.

 

Quelle:„Marktgerechte Bepreisung von Immobilien mit Fluglärm“ aus Immobilien & Finanzierung,  Jahrgang: 57, Nr.3, 2006,  Thießen und Schnorr, TU Chemnitz.

 

Download hier: Studie mit freundlicher Unterstützung der TU Chemnitz