Der Klimawandel und das Fliegen

Die Freitagsdemonstrationen "Friday for Future" bringen das Thema "Klimawandel" endlich verstärkt in die Öffentlichkeit. Von den großen Parteien weitgehend verschwiegen wird die Tatsache, dass der Flugverkehr einen erheblichen Anteil an den Umweltfolgen, die zum Klimawandel führen, hat. Nun kommt endlich Bewegung in das Thema:

Umweltschützer fordern Verzicht auf Flugreisen: http://www.airliners.de/umweltschuetzer-verzicht-flugreisen/49150

Bahn statt Flugzeug: Ein neuer Trend erobert Schweden: https://reset.org/blog/bahn-statt-flugzeug-ein-neuer-trend-erobert-schweden-12042018

Es gibt eine Fülle von Beiträgen zu diesem Thema im Internet, z.B.:

Der Klimawandel und das Fliegen: http://www.dw.com/de/der-klimawandel-und-das-fliegen/a-4209 4220

 

                                                                                                                 März 2019

Die (neue) Landesregierung NRW aus CDU + FDP hat den Landesentwicklungs-
plan geändert und alle Flughäfen (also auch Dortmund) als landesbedeutsam
eingestuft. Alle Einwendungen, auch der SGF, wurden nicht beachtet!

Auch der Regionalplan NRW erfährt eine umfangreiche Neufassung, an der sich
u.a. die Kommunen und Naturschutzverbände, aber auch alle Bürger*innen per
Einwendungen beteiligen konnten. Letzter Termin war de 1. März d.J.. Zum

Thema Flughafen Dortmund  haben wir Rechtsanwalt Karsten Sommer in Berlin beauftragt, der eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben hat. Auf Anfrage stellen wir sie Ihnen gern zur Verfügung.

Wachstum, Wachstum…

Der Luftverkehr befindet sich nach wie vor im Aufwind. Dessen Sprachrohr,der Arbeitskreis Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) meldet Monat für Monat steigende Zahlen (www.adv.aero/verkehrszahlen). Im Gesamtjahr 2018 betrug der  Passagierzuwachs an den deutschen Verkehrsflughäfen + 4,1 % und führte zu einer  Gesamtpassagierzahl von 244,3 Millionen. Eine unglaubliche Zahl im Hinblick  auf die Folgen für den Klimawandel! Diese Entwicklung setzte sich im Januar  d.J. mit +  5,7 % = 15,72 Millionen Passagieren fort.

 Auch der Dortmunder Flughafen legte mit insges. 2.284.202  Fluggästen = +  14,2 % gegenüber dem Vorjahr zu.

Kein Wachstum ohne steigende Belastung für Mensch und Umwelt, denn  die Zahl der Flugbewegungen (Starts + Landungen) gegenüber dem Vorjahr stieg um + 16,4 % auf 25.523, eine sich fortsetzende Entwicklung.

 Werden mit diesen Transporten wirklich die Mobilitätsansprüche der hiesigen  Bevölkerung abgedeckt – oder ist es nicht eher der Reisebedarf der Bevölkerung im östlichen Europa, der hier mit Billigpreisen geweckt wird? Die bedienten Ziele wie Charkiw und Lwiw/Ukraine, Iasi/Rumänien, Szymani und Olsztyn-Mazury/Polen, Chisinau/Republik Moldau, Timisoare/Rumänien sind eher Zungenbrecher denn Reiseziele für breite Bevölkerungsschichten. Und wirklich Ziele für Geschäftsreisende, deren Anteil angeblich mit  25 % genannt wird?

Vielleicht sind in dieser Zahl auch die holländischen Arbeiter enthalten, die im letzten Jahr gesehen wurden, als sie per Bus aus Holland zum „Airport21“ an der Chaussee gebracht wurden. Saison-Arbeiter! Zum Mindestlohn?

… Zu welchem Preis?

Zum einen zum Schnäppchenpreis, denn die DSW21 bezuschusst jeden Passagier weiterhin (lt. bekannter Bilanz) in 2017 mit rd. 7,-- € pro Flugstrecke.

Zum anderen vor dem Hintergrund der Folgen für den nicht zu leugnenden Klimawandel: Mit-Verursacher Flugverkehr.

Wenn, wie die Zeitungen Anfang März berichteten, eine neue Fluggesellschaft – „Carinair Malta“ ist der verheißungsvolle Name - hier andockt, die in Malta ihren Stammsitz hat, stimmt der Slogan:

Vom Steuer-Paradies Malta ins Subventions-Paradies Dortmund!

 Die Planungen sind so hochfliegend, dass der Flughafen-Geschäftsführer, die IHK und die Wirtschaftsvertreter es kaum abwarten können. Wenn die Fanta-sien Wirklichkeit werden, wird Dortmund endlich, endlich zum Startpunkt des großen europäischen Flugverkehrs und durchbricht die schwerpunktmäßige Ausrichtung nach Ost-Europa. „Business-Destinationen“ sollen die Geschäftsleute nach Wien, Mailand, Paris, Madrid, Lissabon, aber auch nach Prag und Moskau bringen.

Zu Flugzielen, die mit Ausnahme von Moskau, vor Jahren von der Chaussee aus bedient – und mangels Wirtschaftlichkeit -  eingestellt worden sind.

 Ein Blick in alte Flugpläne lohnt und offenbart die ganze Fülle von Strecken, die mit großer Hoffnung und Medienpräsenz eingerichtet und früher oder später lautlos in der Kiste des Vergessens verschwunden sind. Erinnern Sie noch die Namen der Fluggesellschaften, die als Hoffnungsträger freudig begrüßt worden sind? Hier sind einige Namen: Sterling, belleair, Bulgarian Airlines, Sky airlines, Viking Hellas, Pegasus, Freebird, Air Via, Saga Airlines, tailwind, Blue Wings, Onur Air, Austrian arrows und Germania.

Beispielhaft: Vom Winterflugplan 2007 /2008 flog Air Berlin die Insel Malta 1 x wöchentlich an, im Winter 2008  bis zum Sommer 2009 via Nürnberg. Und danach nie wieder! Aktuell werden 35 Flugziele angegeben. Die Anzahl der eingestellten Flugverbindungen liegt weitaus höher!

Nun erhofft man sich eine Wiederbelebung, denn werden die Investoren für die benötigten 1,3 bis 1,4 Milliarden Euro gefunden, soll es zügig losgehen. Von der geplanten Flottenstärke von 26 Fliegern soll auch Dortmund profitieren: 4 bis 5 Maschinen sollen stationiert werden.

Es wird eng werden auf dem Vorfeld, wenn zu diesen Maschinen die von „WizzAir“ im Nachtflug-Genehmigungsverfahren angeführten 5 Flugzeuge ebenfalls ihren Schlafplatz suchen.

Es darf geträumt werden:

  • Der Flughafen wird einen nie erlebten Boom erleben,
  • vielleicht die roten Zahlen hinter sich lassen,
  • nie gekannte Passagierströme werden das jetzt oft leere

           Terminal bevölkern.

Da macht es Sinn, dass der umtriebige Flughafen-Geschäftsführer bereits im Juli 2016 Planungen zum Bau eines Hotels auf dem Flughafengelände in Auf-trag geben wollte. Verlautbart wurde über das Ergebnis bis heute nichts.

Den Preis für den wachsenden Flugverkehr

zahlen unsere Kinder und Enkel. „Denn das Fliegen ist die energie-intensivste Art der Mobilität. In kürzester Zeit große Distanzen zu überwinden, bedarf eines großen Energieeinsatzes. Die dabei entstehenden Emissionen führen zu hohen Klimaschäden. Die CO2-Emissionen des Luftverkehrs tragen bereits jetzt etwa zu 5 % * zur globalen Erwärmung bei - und die Industrieländer sind dabei die Hauptverursacher. Denn 90 % der Weltbevölkerung haben noch nie ein Flugzeug von innen gesehen.“ (Quelle: BUND)

*Weitere Emissionen sind Stickoxide, Wasserdampf, Sulfat-Aerosole und Russ.

Unter Berücksichtigung der Gesamtwirkung und durch die direkte Eintragung in hohe Luftschichten vervielfacht sich die Erwärmungswirkung des Flugverkehrs im Vergleich zu bodennahen CO2-Emissionen anderer Verkehrsträger.

(Quelle: Robinwood)

Und zuletzt:

Nach fast 29 Jahren als Vorsitzende der SGF werde ich mich nicht erneut zur Wahl stellen und (einem) jüngeren Kandidaten Platz machen.

Es war – trotz teilweiser großer Belastung – eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte!

Mein Dank gilt Ihnen, liebe Mitglieder und Ihren Familien, die der SGF über so viele Jahre die Treue gehalten und unsere / meine Arbeit erst ermöglicht haben. Denn nur eine zahlenmäßig starke Bürgerinitiative wird politisch ernst genommen, kann bei einer guten Finanzlage die erforderliche Öffentlichkeits-arbeit (Informationen, Anzeigen) leisten und nicht zuletzt auch ins Prozess-Risiko gehen.

Danke sagen möchte ich auch für die Unterstützung der Naturschutzverbände, der Stadt Unna und – ja auch – der Parteien / Fraktionen in UN + DO, die uns im Widerstand gegen die permanente Ausbaupolitik unterstützt haben.

Ich danke auch den „Gründungsvätern“ der SGF, die 1968 als Bürgerinitiative an der Chaussee starteten und 1974 den Verein gründeten. Ohne deren Weitsicht, ihren harten politischen Auseinandersetzungen, der Aufklärungsarbeit  (ohne Fax und Internet!) und konstruktiven, sachbezogenen Kritik hätte der Flughafenausbau aus heutiger Sicht eine ganz andere, dramatisch anzunehmende Entwicklung genommen. Die trotz allen Wider-standes abgeschnittenen Salami-Scheiben wären ungleich dicker ausgefallen!

Nicht zuletzt danke ich den Kolleginnen und Kollegen, die mir in den wechselhaften Zeiten zwischen Niederlage und Erfolg zur Seite gestanden haben. Einige waren Kurzstrecken- und Mittelstreckenläufer, die wenigstens hatten den langen Atem für die Marathonstrecke von 30 Jahren und mehr. Dieses sind Erich Schröder und Derick Meßling! Leider sind weitere inzwischen verstorben – aber unvergessen. Aber nun ruht die Hoffnung auf denjenigen, die sich heute – teils erneut – zur Wahl stellen und mit frischer Kraft und altem Kampfgeist die Arbeit der SGF fortsetzen wollen und werden.

Meine Bitte: Bleiben Sie der SGF treu und unterstützen Sie weiterhin deren Arbeit. Denn leider ist die Arbeit in und mit der SGF nicht beendet.

Bitte vergessen Sie nicht:

Nur gemeinsam sind wir stark!

Ich werde an Ihrer Seite bleiben.

Ursula Wirtz

Einladung


zur öffentlichen Jahreshauptversammlung


am 25. April 2018 – 19.30 Uhr
im Gemeindehaus der ev. Kirchengemeinde
Dortmund-Aplerbeck
Ruinenstr. 37


Wir sind Gäste der Kirchengemeinde.

Aktuelle Nachrichten


Der Flughafen feiert Jubiläum: 20 Jahre lang schreibt er jährliche Verluste in zweistelliger Millionenhöhe! Welches privatwirtschaftliche Unternehmen könnte sich das leisten? Längst wäre es von der Bildfläche verschwunden!
Somit haben die Dortmunder Bürgerinnen und Bürger keinen Anlass mit zu feiern!
Denn seit 20 Jahren finanzieren sie ständig die Verluste dieses Unternehmens. Für
2017 werden vorläufig 13,8 Millionen Euro ausgewiesen. In den letzten 20 Jahren hat sich inzwischen eine stattliche Summe von rund 335 Millionen Euro ergeben. Und es ist kein Ende in Sicht! Zwar verkündet der Flughafen-Geschäftsführer, bis Ende 2023 die von der EU verlangte schwarze Null zu erreichen – aber diese Prophezeiung hatten Politiker und der DSW-Vorsitzende P. bereits für lange zurückliegende Jahre getätigt!

Nach wie vor wird jeder Passagier bezuschusst: Im letzten Jahr waren es pro Flug-
Strecke 6,90 Euro. Im Vergleich die oft zitierte Parallele: Im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) beträgt der Zuschuss lediglich 39 ct / Fahrgast pro Strecke. Während der in letzter Zeit öffentlich geführten Debatte über die Möglichkeit eines kostenlosen ÖPNV beklagten dagegen die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) nicht nur die immens hohen Kosten, sondern auch das fehlende Geld für die überfälligen Investitionen in Bus, Bahn und Schiene. Und kündigten für den ÖPNV die künftig erforderliche „Überprüfung“ des Streckennetzes und der Taktfolgen auf einzelnen Verbindungen
an! Der Flughafen hält andererseits an der Verlängerung der Betriebszeit in die Nacht fest, über deren Kosten für die Flugsicherung, Feuerwehr, Polizei, den Zoll und das eigene Personal man schweigt. Und dieses vor dem (alleinigen) Hintergrund, in München die späten Umsteiger für Dortmund abzugreifen. Bisher gibt es für diese
Gruppe die späten Flugverbindungen nach Köln, Düsseldorf, Paderborn und Münster.
Die Sparpläne für den ÖPNV sind alt! Sie erinnern sich? Bereits vor 10 Jahren dachte
man in der DSW-Chefetage über die Stilllegung von Rolltreppen in den Bahnanlagen
nach, um Kosten zu sparen. Nur die öffentlichen Proteste verhinderten einen radikalen Rückbau. (Hintergrund: Etliche Rolltreppen sind tatsächlich verschwunden.) Statt in neue Stadtbahnfahrzeuge zu investieren, müssen die gebraucht gekauften und inzwischen 40 Jahre alten Bonner Bahnen weiter ihren Dienst tun. Demgegenüber ist für den Flughafen nichts zu teuer: Extra für den Flughafen wurde das städtische Busnetz Anfang 2017 erweitert. Die neue Buslinie U 490 ab Aplerbeck ersetzt den bisherigen flughafeninternen Shuttle-Dienst, fährt 3 Parkplätze zum Terminal an, und zwar wochentags ab 4.33 Uhr bis 21.43 Uhr. Im 20-Minuten-, spät abends und am Wochenende im 30-Minuten-Takt. Bis in die sehr späten Abendstunden. Die letzte Abfahrt vom Flughafen ist um 23.01 Uhr!
Und wie sieht es mit IHRER Bus- und Bahnverbindung aus?

Ein „Erfolg“?

Am Millionengrab Flughafen ändert auch der „Erfolg“ am Jahresende 2017 nichts, als
das Jahresergebnis von 2.000.695 Fluggästen Jubelstimmung erzeugte. Was nie genannt wird: Dortmund Airport wickelte gerade einmal 4,7 % des Passagieraufkommens in NRW ab. Das ist also der bescheidene Marktanteil des stets als „Nr. 3 in NRW“ betitelten Airports.  Und wie sieht die Kehrseite der Medaille aus? Sparmaßnahmen im ÖPNV (Einschränkung des Angebotes) führten bereits im letzten Jahr zu erheblichen Einbußen von 1,1 Millionen Fahrgästen gegenüber dem Vorjahr.
Mit ungebremstem Optimismus schaut man (am Flughafen) in die Zukunft. Daran ändert auch ein neuer Rückschlag nichts, denn „eurowings“ stellt bereits im Mai d.J. die erst Ende Oktober 2017 eröffnete Strecke von und nach Wien ein. Ganz fest rechnet man mit der (erneuten) Genehmigung des Nachtflugantrags.
Der ist bei der Bezirksregierung Münster nach wie vor in der Bearbeitung. Mit einer
Entscheidung ist Mitte d.J. zu rechnen. „Dortmund Airport21“ bringt sich auf vielen Nebenschauplätzen ins Gespräch. Im Programmheft für das ab Ende Mai in Dortmund stattfindende Festival „Klangvokal“ wirbt er mit einer Anzeige „Lieber Sonnenbrand als Frostbeule“ für Sonnenziele ab Dortmund.

Auch der Nachhaltigkeitsbericht 2017/18 verbreitet viel „heiße Luft“, z.B. (Zitat):
„Nachhaltige Einbeziehung aller Stakeholder*. Nicht nur unsere Belegschaft wird für
umwelt- und nachhaltigrelevante Themen sensibilisiert. Wir fordern auch unsere Stakeholder* im Rahmen unserer Möglichkeiten auf, den Nachhaltigkeitsgedanken zu
leben.“ (https://www.dortmund-airport.de/nachhaltigkeitsbericht 2017/2018)

Nachhaltiger Flughafen


Mit zweifelhaftem Erfolg, wie das aktuelle Foto zum „Nachhaltigkeitsverhalten“ der
Kaffeebar im Flughafen zeigt. Die Einmal-Kaffeebecher (cafe-to-go) stehen allgemein
wegen ihrer schlechten Umweltbilanz seit Jahren in der Kritik. Sie gehören zu den Produkten, die (fast) komplett aus Frischfasern hergestellt werden. Jeder Becher benötigt neues, frisches Papier. Sie sind kaum recyclebar. 2,8 Milliarden Kaffeebecher jährlich bedeuten, aufeinander gestapelt, 2 ½ mal die Strecke bis zum Mond. Die Umweltorganisation „Robinwood“ macht öffentlichen Druck durch die Aktion „Rächer dem Becher“ und bietet als Alternative einen wiederverwendbaren Becher an.
(htpps://www.robinwood.de/kampagnen/wegwerfbecher-stoppen) *Stakeholder (https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/anspruchsgruppen) “Anspruchsgruppen sind alle internen und externen Personengruppen, die von den
unternehmerischen Tätigkeiten gegenwärtig oder in Zukunft direkt oder indirekt betroffen sind. (Dazu zählen auch Bürgerinitiativen.)“

Die GroKo regiert: Was haben die Fluglärmbetroffenen zu erwarten?
Nichts Gutes! Auf den Seiten 80 + 81 des Koalitions-Vertrages liest man u.a.:
„Wir wollen faire Rahmenbedingungen mit europäischen und internationalen
Regelungen für die Luftverkehrswirtschaft. Dazu gehören… die Entlastung unserer
Flughäfen und Luftfahrtunternehmen von einseitigen nationalen Kosten… Die bedarfsgerechte Kapazitätserweiterung der Flughäfen muss auch in Zukunft möglich
sein. Die Luftverkehrswirtschaft ist aufgefordert, den durch Emissionen verursachten
Nachteilen wirksam zu begegnen.“ Die Themen Lärmschutz und Bürgerbeteiligung wird auf den S. 120 + 121 des Vertrages behandelt. Hier ein Auszug:

„Lärm ist in unserem dichtbevölkerten Land ein großes Problem. Den durch Mobilität
verursachten Lärm wollen wir deutlich reduzieren. Wir werden die Bürger frühzeitiger
bei Verkehrsprojekten beteiligen und eine Gesamtlärm-Betrachtung einführen…
Für die Festlegung der Flugrouten setzen wir auf eine verbesserte Transparenz in den
Verfahren. Dabei ist entscheidend, frühzeitig die betroffenen Menschen zu informieren
und in einen Dialogprozess mit allen Beteiligten einzubringen… (Immerhin:) Die bestehenden Nachtflugverbote bleiben erhalten… Die Lärmgrenzwerte für den Schutz der Menschen rund um die Flughäfen werden wir nach den gesetzlichen Vorgaben
des Fluglärmschutzgesetzes unter Berücksichtigung des Standes der  ärmwirkungsforschung und der Luftfahrttechnik überprüfen und weiterentwickeln.“
Zufrieden? Wohl kaum! Gern teilen wir Ihren Unmut während des Dialogs in der Mitgliederversammlung!

Lieber Sonnenbrand statt Frostbeule.

Mit diesem Slogan wirbt allen Ernstes der Dortmund Airport 21 !  Wir fragen uns :

Wie krank ist das denn ?

So  die Unbedenklichen unter unseren Mitmenschen zu animieren, einen Sonnenurlaub in Südeuropa zu buchen, trägt nicht nur demagogische Züge. Es ist in hohem Maße unverantwortlich angesichts der allgemein bekannten Tatsache, dass UV-Licht der Sonne Sonnenbrand verursacht mit der früher oder späteren Folge von Hautkrebs !!  Das ist inzwischen allerdings nicht nur „im Süden“ der Fall, sondern auch in unseren Breiten.

Ursache ist die immer dünner werdende Ozon-Schutzschicht bis hin zu jährlich auftretenden „Ozon-löchern“. Mitverursacher dafür ist aber ausgerechnet auch der ausufernde Flugverkehr.

Die Verantwortlichen für diese „Werbung“ nehmen damit verbundene Gesundheitsschäden der Urlauber billigend in Kauf. Mit deren Behandlungskosten belasten sie sogar unser aller Gesundheitssystem zu Gunsten ihres Profitstrebens !

Regierungsbildung in Berlin steht bevor – was haben die

Fluglärmbetroffenen zu erwarten?

Nachdem sich die SPD-Mitglieder mehrheitlich für die GroKo entschieden haben, wird es zur Regierungsbildung kommen.  Arbeitsgrundlage der nächsten 4 Jahre wird der zwischen CDU/CSU und SPD ausgehandelte Koalitionsvertrag sein.

Aussagen Koalitionsvertrag

Bereits nach Veröffentlichung dieses Papiers haben sich die „Bundesvereinigung gegen

Fluglärm“ (BVF) und der „Arbeitskreis Deutscher Fluglärmkommissionen“  (ADF) mit

kritischen Anmerkungen zu Wort gemeldet.

PM Bundesvereinigung

Auf der gut besuchten Mitgliederversammlung am 29.3. im Melanchthon-Gemeindehaus in Unna-Massen standen auch Vorstandswahlen an:

 

Der alte ist auch der neue Vorstand mit:

Ursula Wirtz, Vors.

Derick Meßling, stellv. Vors.

Roland Kleine-Wiskott, stellv. Vors.

Erich Schröder, Kassierer

 

Als Beisitzer/innen fungieren:

Carola Kirschberger

Elke Kurpas

Mario Krüger

Ulrich Begemann

Klaus Letzel

 

Lt. Satzung finden alle 2 Jahre Wahlen statt.

 

Die momentane Situation mit rückläufigen Starts und Landungen und somit fluglärmfreien Stunden wurden von den Anwesenden sehr begrüßt. Man war sich einig, dass weiterhin akribische Beobachtung aller Abläufe am Flughafen dringend geboten ist. Der Vorstand ist auf erneute Klageverfahren vorbereitet, sollte die Bezirksregierung Münster die Genehmigung zum Nachtflug in dem laufenden „Heilungsverfahren“ erteilen.

"Jeder Deutsche ist im Schnitt für den Ausstoß von 12 Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich. Bis 2050 soll die Welt aber klimaneutral sein. Also müssen 11 Tonnen runter. Die größten Brocken machen Strom,

Verkehr, Heizen der Wohnung und Ernährung aus. ... Ob Sie aufs Fliegen verzichten, müssen Sie selbst entscheiden. Wenn Sie nicht fliegen, verbessern Sie Ihre eigene CO2-Bilanz enorm. Aber Ihre individuelle

Entscheidung verändert erst mal wenig. Das Flugzeug fliegt sowieso. Denn kaum jemand anderes wird es Ihnen gleichtun, solange das Fliegen so attraktiv und billig ist, weil Flugbenzin steuerfrei ist und

Regionalflughäfen subventioniert werden. Da muss die Politik umsteuern."

Quelle: WAZ v. 23.03.2017 Seite "Leben" . Aus dem Interview mit Michael Bilharz, Experte für nachhaltigen Konsum im Bundesumweltamt